Pressespiegel / vor Oktober

admin | 12. Oktober 2020

Pressespiegel vor Oktober

Oftmals reicht ein Blick in die Medien aus, um zu sehen: Es gibt noch viel zu tun. In dieser Rubrik fassen wir für euch regelmäßig Ereignisse zusammen, die zeigen, dass es in der Sportwelt noch viel zu tun gibt, aber auch Fälle, die Anlass zur Hoffnung geben.  

Der Kampf ums Geld  

Während in Deutschland Fußball-Nationalspielerinnen nach wie vor nur einen Bruchteil an Prämien im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen bekommen, sieht das in anderen Ländern mittlerweile ganz anders an. Jüngstes Beispiel: Brasilien und England. Beide Verbände haben nun verkündet, dass sie zukünftig allen Spieler*innen die gleichen Prämien und Spesen auszahlen werden. Neben diesen beiden Nationen galt die Regelung bereits in Australien, Norwegen und Neuseeland. Allerdings sind die Länder damit nach wie vor noch die große Ausnahmen. Fritz Keller, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, machte noch vor kurzem deutlich, dass er „Equal Pay“ im deutschen Fußball nicht zeitnah sehe und auch die amerikanischen Nationalspielerinnen scheiterten im Mai mit einer Klage vor einem Bezirksgericht in Kalifornien, in der es um Lohndiskriminierung ging.  

Weitere Infos: https://www.spiegel.de/sport/fussball/equal-pay-im-fussball-brasilien-und-england-fuehren-gleichberechtigung-bei-verguetungen-ein-a-21b43e56-754e-4d13-b860-5b9e39e44844 

„Billie Jean King Cup“ als Zeichen für mehr Gleichberechtigung 

Das bedeutendste Nationenturnier der weiblichen Tenniswelt wird zukünftig den Namen „Billie Jean King Cup“ tragen. King ist nicht nur eine der erfolgreichsten Tennisspielerinnen aller Zeiten, sondern auch eine Vorreiterin in Sachen Gleichberechtigung von Frauen und Sport, für die sie während und auch nach ihrer Karriere eintrat. Größere Bekanntheit erlangte sie durch das „Battle of Sexes“, als sie in einem Schaukampf gegen Bobby Riggs antrat und gewann.  

Fast noch wichtiger als die Umbenennung: Auch das Preisgeld des Fed Cups wird an das seines männlichen Pendants, den Davis Cup, angepasst. Damit erhöht sich das Preisgeld der Frauen um ca. 12 Millionen Euro.   

Weitere Infos: https://www.spiegel.de/sport/tennis/tennis-fed-cup-heisst-nun-billie-jean-king-cup-weltverband-gleicht-preisgeld-an-das-der-maenner-an-a-5a6c3472-b86e-4055-9b8d-ae67cab4683e 

Besser spät als nie  

Als letzter großer Club in Deutschland verkündete Borussia Dortmund nun die Gründung einer Frauen-Fußball-Abteilung. Zuvor hatte der BVB solch eine Gründung kategorisch ausgeschlossen, doch beugte sich nun dem Wunsch der Fans, die das Thema immer wieder vorantrieben. Das Team soll vermutlich in der nächsten Saison den Spielbetrieb aufnehmen und wird in der Kreisliga starten. Das Ziel ist es, in den nächsten 10 Jahren in die Bundesliga aufzusteigen.  

Weitere Infos: https://www.bvb.de/News/Uebersicht/Borussia-Dortmund-gruendet-Abteilung-Maedchen-und-Frauenfussball 

Ungleiche Behandlung im deutschen Handball  

Die Corona-Pandemie stellte auch die Sportverbände vor große Herausforderungen, die nicht immer leicht zu lösen sind. Trotzdem sorgt diese Entscheidung für Unverständnis: Während bei gleicher Ausgangslage ein Meister in der höchsten Spielklasse der Männer ernannt wurde, wurde die Saison der Frauen annulliert, so dass kein Meister gekürt wurde. Für den Tabellenführer von Borussia Dortmund wäre es der erste Titel gewesen. Im Anschluss sorgte der Verein durch eine Bilderaktion für Aufsehen, in der alle Spielerinnen Schnurrbärte trugen und die Bilder mit der Aufschrift versehen wurden: „Wäre ich ein Mann, wäre ich jetzt Deutscher Meister.“  

Weitere Infos:  https://www.ruhrnachrichten.de/bvb-handball-damen/kein-meister-bvb-befeuert-diskriminierungs-debatte-mit-schnurrbart-bildern-1515339.html 

Wenn die Frauen den Männern weichen müssen  

Immer wenn man denkt, man hat alles gesehen, kommt doch nochmal eine neue Ungerechtigkeit um die Ecke. Einer der traurigen Höhepunkte des Sommers: Der 1. FC Mönchengladbach meldete gleich drei seiner Frauen- und Mädchenteams ab. Die Begründung: Das erste Männerteam sei gerade in die Oberliga aufgestiegen und die Platzkapazitäten werden nun dafür benötigt. Eine vom Damenteam initiierte Petition unter dem Titel „Stoppen Sie die Verletzung der Frauenrechte im Fußball!“ unterschrieben rund 15.000 Menschen. Den Damen blieb schließlich aber nichts anderes übrig, als innerhalb kürzester Zeit einen neuen Verein zu gründen.  

Weitere Infos: https://rp-online.de/sport/fussball/moenchengladbach-frauen-des-1-fc-moenchengladbach-gruenden-neuen-verein-fv-moenchengladbach-2020_aid-51949817 

Hollywoodreife Geschichte?  

Die amerikanischen Frauen Fußball Liga (NWSL) plant weiter zu expandieren. Daher soll nun auch Los Angeles endlich ein eigenes Frauenteam bekommen. Das Besondere: Das Team wird das einzige in der NWSL sein, welches fast ausschließlich Frauen gehört. Zu den 33 Anteilseigner*innen gehören nicht nur erfolgreiche Unternehmer*innen wie Kara Nortman, sondern auch Schauspielerin wie Natalie Portman  und Eva Longoria sowie Sportlerinnen wie die Tennisspielerin Serena Williams und ehemalige Fußballspielerinnen wie Mia Hamm und Abby Wambach. Die Mannschaft will 2022 an den Start gehen und hat dabei nicht nur ambitionierte sportliche Ziele: Das Gründungsteam will auch Lohngleichheit für Frauen zu fördern, die Medienberichterstattung über die Liga stärken und höhere Zuschauerzahlen anstreben.  

Weitere Infos: https://www.soccerdonna.de/de/nwsl-angel-city-startet-2022–die-hintergruende/news/anzeigen_7559.html 


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