Mehr Chancengerechtigkeit im Sport…aber wieso?

Feb 2, 2021

Wir bei Equaletics haben alle eins gemein: Wir möchten, dass es im Sport mehr Chancengerechtigkeit gibt. Jedoch treibt uns alle was anderes an, warum das Thema uns jeweils am Herzen liegt. Heute stellen wir die Motivation fünf unserer Mitglieder vor.

Marthe-Victoria Lorenz, Gründerin Klubtalent:

Ich habe selbst erfahren, wie es sich anfühlt, weniger Hallenzeiten, weniger Support zu bekommen und damit das Gefühl, weniger wert zu sein. Ich möchte dieses Gefühl anderen Menschen ersparen. Jede*r hat es verdient, die tollen Vorteile des Sports und Vereinslebens zu genießen! Neben dem lokalen Engagement sehe ich bei Chancengerechtigkeit die Gelegenheit, dies national an der Wurzel anzupacken.

Stefan Morlock, Consulter Fare Network:

Der faire Zugang zu Chancen und Ressourcen – im Sport oder darüber hinaus – sollte allen, die in einer freien, vielfältigen und gerechten Gesellschaft leben möchten, am Herzen liegen. Gerade wer, wie ich, in vielerlei Hinsicht Privilegien genießt, trägt eine besondere Verantwortung. Ich bin davon überzeugt, dass von einer gerechteren (Sport-) Welt alle Menschen, ungeachtet ihrer Geschlechtsidentität, profitieren werden.

Luise Fiedler, Studentin International Sport Development & Politics:

Ich setze mich für Chancengerechtigkeit im Sport ein, weil es kein stichhaltiges Argument gibt, warum Menschen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Herkunft, ihrer Identität, etc. immer noch aus dem Sport ausgeschlossen sein sollten. Das Wahlrecht für Frauen oder die Entkriminalisierung von Homosexualität wurden nicht (nur) eingeführt, weil es das Richtige ist, sondern weil Menschen sich dafür eingesetzt haben. Und weil es höchste Zeit für Verbesserungen im Sport wird, setze ich mich dafür ein.

Antje Blumhagen, Studium ist MSc Business Administration & Economics – Sportsmanagement & Event

Der Sport gibt mir Selbstbewusstsein, lässt mich über meine eigenen Grenzen gehen und verbindet mich mit Menschen, die ich sonst nicht getroffen hätte. Diese Erfahrungen möchte ich teilen und weitergeben.
Sport ist ein Menschenrecht, egal woher man kommt oder welche Sprache man spricht. Deshalb setze ich mich für Chancengerechtigkeit im Sport ein.

Steffi Platt, Gründerin Fierce Run Force

Ich setzte mich für mehr Chancengerechtigkeit im Sport ein, weil es an der Zeit ist etwas zu verändern. Ressourcen müssen gleich verteilt werden, die Infrastruktur und Rahmenbedingungen, wie gleiche Bezahlung, Platzzeiten oder Fördergeldern müssen im Sport für alle Athletinnen gleichermaßen zur Verfügung stehen. Sport steht für Fairplay und deshalb sollte es sich auch in allen Ebenen widerspiegeln. Frauen und Männer sollten, unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe, Bildungsstand, Religion oder anderen Hintergründen, die gleichen Chancen im Sport haben. Sport in all seinen Formen und Farben lebt von seiner Vielfalt. Um diese Vielfalt und fairen Bedingungen für alle Beteiligten im Sport zu ermöglichen, freue ich mich Teil von Equaletics e.V. zu sein.

Ralf ScherlinzkiWin-Win Sports Player Agency:

Bis das Thema beim „virtuellen Sportstammtisch“ aufkam, hatte ich mir ehrlich gesagt nie groß Gedanken darüber gemacht. Dafür war ich umso überraschter zu hören, dass sich die Ungleichbehandlung von Frauen und Männern fast überall quer durch den Sport zieht. Das darf im 21. Jahrhundert in Deutschland eigentlich nicht mehr sein! Ich halte es für wichtig, dass sich nicht nur Frauen engagieren und kann als Mann vielleicht an der einen oder anderen Stelle auch einen anderen Blickwinkel zum Projekt beisteuern.

Lisa Kalina, Gründerin Fan von DIR:

Ich engagiere mich, weil ich als Sportlerin seit jeher Chancenungleichheit erlebt habe – egal ob Hallenzeiten oder Sponsorengelder, immer haben die Mädchenteams das schlechtere Los gezogen. Sport muss für alle gleichermaßen zugänglich sein, unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung oder Identität

Lisa Steffny, Gründerin Fan von DIR:

Mit Fan von DIR wollen wir Vorbilder auf Augenhöhe schaffen und Mädchen* und Frauen* zeigen, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind, aber sich nicht entmutigen lassen sollen. Doch jetzt wollen wir mehr – wir wollen auch ein Umdenken auf politischer Ebene bewirken und das geht nur zusammen.

Jan-Philipp Grande, Zuständig für den Bereich Soziale Verantwortung bei B42:

Chancengerechtigkeit im Sport und vor allem Gleichberechtigung im Allgemeinen sind kein Privileg, sondern ein Grundrecht. Es liegt an uns allen für die Einhaltung und Umsetzung solcher Grundrechte einzustehen und jeden Tag aufs Neue dafür zu kämpfen.

Nika Daiber, Junior Managerin bei Fem11

Ich finde es wichtig die Unterschiede im Sport, aber auch allgemein im Leben aufzuzeigen und allgemein präsenter zu machen. Das Thema wird oft nicht ernst genommen oder auch einfach nicht als Problem angesehen. Ich möchte das Thema einfach mal angehen und im besten Fall etwas bewirken. Außerdem möchte ich Menschen unterstützen, die sich mit dem Thema beschäftigen.

Katharina Fikiel, Profi-Basketballerin:

Ich möchte mich für gerechte Chancen für alle Sportler*innen und Sportarten einsetzen – egal, ob Individual – oder Teamsportarten. Ich bin seit 17 Jahren Profisportlerin, daher weiß ich, wie wichtig Chancengerechtigkeit und auch Wertschätzung für jede*n einzelne*n Sportler*in ist. Dafür möchte ich mich sehr gern in diesem Projekt engagieren.

Felix Wolf, Student International Sport Development & Politics:

Die systematische Benachteiligung von Frauen hat eine ebenso lange wie traurige Tradition im patriarchalisch geprägten Sport. Wenngleich die Anzahl der Frauen, die Sport treiben, sich heutzutage kaum mehr von der der Männer unterscheiden lässt, liegt die Teilhabe von Frauen in der Führung vieler Sportorganisationen trotz zahlreicher Bekenntnisse und Maßnahmen oft unter 30%. Dies führt nicht zuletzt zu anhaltender sozialer und ökonomischer Benachteiligung von Frauen im Sport, die ein Ende finden muss. Hierfür möchte ich mich gemeinsam mit dem Verein stark machen.

Vanessa Maith, Studentin International Sport Development & Politics:

Durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Frauen* im Sport während meines Studiums ist mir bewusst geworden, wie sehr die Sportgeschichte von Männern geschrieben wurde. Das will ich durch mein Engagement ändern! Es gibt keine geschlechterspezifischen Sportarten – Fussball ist keine Männersache- es liegt an uns diese Stereotype zu verbannen, um jeder Person den gleichen Zugang zu Sport zu ermöglichen.

Swenja HorterIST-Dipl. Sportmanagement & Eventmanagement:

Ich möchte mich beim Thema Gleichberechtigung einbringen, weil ich in bestimmten Situationen gemerkt habe, dass man im Sport stellenweise immer noch hinter dem Berg ist z.B. was Frauen in Führungspositionen angeht und das Frauen und ihre Fähigkeiten oftmals unterschätzt werden. Hier ist das Denken viel zu oft noch zu rückständig. Zeit für ein Umdenken!

Merle Stöcker, Managerin National League und Swiss League Operations bei Swiss Ice Hockey:

Ich arbeite seit 12 Jahren in der Sportbranche und habe Benachteiligung von Frauen vom Amateurbereich bis hin zum nationalen Level im Sport (on and off the court) leider schon oft gesehen. Außerdem sind diskriminierende Aussagen (Geschlecht, Herkunft, Sexualität, Behinderung) leider immer noch zu oft präsent. Beides muss dringend geändert werden!

Katharina Mähring, Bob-Anschieberin:

Bei einer Diskussion beim “Virtuellen Sportstammtisch” mit einem anderen Sportler haben wir festgestellt, dass Ungleichheiten im Sport selten bis nie angesprochen werden. Das ist ziemlich schade. Schnell haben sich ein paar Leute der Diskussion angeschlossen. Mit der Gründung wünsche ich mir, dass mehr Menschen über ihre Probleme beim Sport sprechen und es nicht in sich hineinfressen. Missstände sollten aufgeklärt und verbessert werden. Natürlich ist das sehr allgemein gefasst. Doch als Team können wir zumindest an kleinen Schrauben der Fairness drehen und die ethnischen Grundlagen des Sportgedankens umsetzen. Das Images des Sports soll korrekt sein, sodass sich so viele Menschen wie möglich damit identifizieren können.

Nina Probst, SportFrauen:

Frauen und Mädchen im Sport sind in vielen Bereichen nicht gleichberechtigt in Deutschland – ob bei der Bezahlung, den Medien oder Startberechtigungen. Als Journalistin ist es mir ein wichtiges Anliegen, vor allem auch medial ein Gleichgewicht herzustellen. Netzwerke wie dieses können dabei enorm helfen und daher engagiere ich mich für mehr Chancengerechtigkeit im Sport.

Sven Grossmann, Rennfahrer:

Ich bin für Chancengerechtigkeit, weil es in meiner Welt keinen Unterschied zwischen Mann und Frau geben sollte. Jede*r hat das Recht, dass zu tun, worauf er oder sie Lust hat. Im Jahr 2020 hat sich das mittelalterliche Denken teilweise noch nicht geändert, aber wenn wir modern sein wollen, müssen wir an der Basis arbeiten, dass jede*r gleiche Chancen hat.

Anna Winkler, Projektkoordinatorin Scoring Girls:

Auch wenn wir das Jahr 2020 schreiben und es anders sein sollte, ist es leider immer noch der Fall, dass es viele Ungleichheiten im Sport gibt. Nach wie vor werden Frauen* im Sport auf vielfältige Weise und strukturell diskriminiert. Es wird Zeit dies zu ändern. Durch das Projekt möchte ich einen aktiven Beitrag leisten dies zu tun.

Venka Koglin, Vorsitzende der Sportjugend des Sportbundes des Rhein-Kreis Neuss:

Ich bin dabei, weil ich es schade finde, dass es bei so vielen ÜL und Trainerinnen so wenige Frauen in Sportvereinen im Vorstand gibt. Die Basis bilden im Verein oft Mädchen und Frauen die als Sporthelferinnen und Übungsleiterinnen tätig sind und ich würde gerne helfen dass diese den Sprung in den Vorstand schaffen. Vielleicht auch Gründe finden, wieso das so ist, damit man das besser angehen kann. Zudem finde ich es toll, eine Art Netzwerk zu gründen für Frauen im Sport Netzwerk zu gründen.